Das herbstliche Topfen - Teilen macht Spaß!

Obwohl ich den Winter vermisse, hat das Wetter auch sein Gutes: am Wochenende konnte ich die restlichen Pflanzen topfen, die im  im Herbst übrig geblieben sind. Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte im Dezember  den Rest zu erledigen, ist es im Vorweihnachtstrubel untergegangen. Und dabei gehört es eigentlich zu einer meiner Lieblingsaktivitäten im Herbst, gerade das Topfen von Stauden. Ich mache das gerne, zum einen, weil ich viele Stauden, Blumenknollen und -zwiebeln verschenke und damit Menschen ganz eine Freude machen kann, zum anderen haben gerade Stauden wieder Kraft sich neu zu entwickeln. Das Teilen des Wurzelballens wird bei Stauden empfohlen, um die Vitalität und damit Blühfreudigkeit der Pflanzen dauerhaft zu erhalten. Ich mache das meist alle 4-5 Jahre, manchmal vergeht aber auch mehr Zeit.

Manche sagen, Frühling wäre besser. Nach meiner Erfahrung spielt es keine große Rolle, ob Herbst oder Frühling. Der Vorteil des Topfens im Herbst liegt darin, dass sich bei milden Wintern ein Wurzelballen ausbilden kann, was der Pflanze beim Anwachsen helfen kann (in trockenem Frühjahren). Auf der anderen Seite erspart man sich das Topfen, wenn sie Ballen im Frühling geteilt und gleich an anderer Stelle eingraben werden. Für mich liegt der Vorteil im herbstlichen Topfen darin, dass ich im Winter besser planen kann, wenn ich weiß, welche Pflänzchen im nächsten Jahr alle ein Plätzchen brauchen.


Im Winter werden die Hochbeete umfunktioniert zum Topflager. Hier u.a. mit Frauenmantel, Mohn, Stockrosen und vielen Fingerhüten, die sich bei uns im Garten überall ausbreiten (selbst in den Terrassenfugen).

Im Laufe der Jahre habe ich unterschiedlichste Astern geerbt  und zusammen gesammelt. Da ich von eigentlich von keiner einen Namen kenne, versuche ich beim Topfen sie wenigstens farblich zu benennen.



Dahlien müssen in jeden Garten!

Ich liebe Dahlien! Ihre Farbpracht, gerade weit in den Herbst hinein, finde ich bezaubern. Und als großer Freund des Bauerngartens gehören sie einfach dazu. 

- In der frostfreien Zeit (bis Mitte Januar) hole ich sie vorsichtig mit der Grabgabel aus dem Boden, da sie nicht frosthart sind und es im Januar/Februar hier auch mal länger nachts -20° C geben kann. Sortiert nach Farbe, können sie in unterschiedlichen Netzen abtrocknen und dann eingelagert werden.

Auch die Dahlien sind zusammen gesammelt. Irgendwann einmal stand in der Schrebergartensiedlung ein großer Sack mit "zu verschenken". Entpuppt daraus haben sich wunderschöne Pinke Blüten. Zusätzlich habe ich weiße Pompon-Dahlien und eine dunkelviolette Sorte mit sehr großen und schweren Blüten geschenkt bekommen. Namen sind natürlich wieder Schall und Rauch. 



 Bei der Gelegenheit habe ich auch einige Kräuter vermehrt. Vor allem von Thymian kann ich nicht genug haben.  

Vor vier Jahren habe ich mir einen kleinen Ableger eines Zitronenthymians aus England mitgebracht. Für mich sind das wertvolle Erinnerungen. Den hege und pflege ich besonders. Und den einen oder anderen Ableger zu haben, schadet nie. Der Zitronenthymian (rechts) hat dickere Blättchen und hat nicht das Silbrige des "einfachen" Thymians. Meist sind kleine Ableger, bereits mit Wurzeln, irgendwo im Beet zu finden. Sonst vermehre ich sie selbst, indem ich ein Zweiglein mit grünen Blättchen bis auf ein paar oben an der Spitze abstribble, zu 2/3 in Erde in einen Topf stecke und meist über den Winter warte, bis sich zum Frühjahr/Sommer ein kleiner Ballen gebildet hat. - Übrigens auch immer ein willkommenes Geschenk!


Die Pimpinelle (zugegeben hier noch im November) ist mein ganzer Stolz. Immer noch ernte ich von der getopften Pflanze und verwende sie für Salate. Pimpinelle ist eine Wiesenknopfart. Die einheimischen Vertreter, vor allem der Große Wiesenknopf  (Sanguisorba officinalis) ist eine ganz besonders tolle und wertvolle Gartenpflanzen. 

1. sie schmeckt gut ,

2. sie hat wunderschöne Fruchtstände und Blüten - Piet Oudolf, mein großes Vorbild arbeitet viel mit Sanguisorba-Sorten,

3. sie ist für viele Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Gerade für diverse Tagfalterarten, wie den dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der auf der Roten Liste steht.


Das Beschriften der Töpfe ist nicht unwichtig. Gerade im Frühling haben die Pflanzen oft noch nicht ausgetrieben, wenn man sie einpflanzen möchte. Auch wenn ich mir jeden Herbst ganz sicher bin, dass ich im nächsten Frühjahr noch weiß, was wo drin war, muss ich leider immer wieder feststellen, dass das nicht entfernt der Fall ist.

Der sommerlich hohe Eiskonsum hilft dabei. Ich sammle in großen Mengen die kleinen Holzstiele. Sie eignen sich hervorragend, werden wieder verwendet und schaffen Abhilfe in Sachen Erinnerungsvermögen.

 

 

 Für dieses Jahr habe ist das große Topfen erst einmal beendet. Mal sehen, welche Pflänzchen wo ihr Plätzchen im Frühjahr finden. Ich werde berichten.

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