Der Garten

Neben der Begeisterung fürs Kochen und Backen, gärtnere ich schon lange, seit über 20 Jahren. Je trubeliger mein Leben wird, umso häufiger muss ich feststellen, wie erholsam diese Arbeit für mich ist und wie sie mich erfüllt. Nach 3 Schrebergärten in Leipzig und Potsdam und einem riesigen Bauerngarten auf schwerem Moorboden in Mecklenburg Vorpommern, bin ich in der Brandenburger Streusandbüchse gelandet. Dort also, wo die Böden wirklich arm und sehr sandig sind. 

Gelegentlich offenbart dies ein gewisses Frustpotenzial, gerade wenn ich in Süddeutschland sehe, wie lehmige Böden eine Rosenpracht ermöglichen, die hier kaum möglich ist. Über die Jahre habe ich jedoch einiges gelernt. So versuche ich z.B. immer eine Mulchdecke, auch unter den Ziersträuchern zu haben, vor allem aber auf den Gemüsebeeten. Das hat über die Jahre die Böden sehr verbessert. Auch sonst versuche ich naturnah zu gärtnern. Im Ziergarten verwende ich vorrangig einheimische Pflanzen, um den Insekten Nektarquellen und Brutmöglichkeiten zu bieten. Auf Duftrosen kann ich jedoch nicht verzichten, sodass es einige davon im Garten gibt. Bei den Nutzpflanzen verwende ich gerne samenfeste und alte Sorten (s. u.).

Blick aus dem Küchenfenster: vorne die Terrasse, fußläufig die Kräuter im Holzbeet, etwas Ziergarten und vor der Garage der Pflanztisch mitein paar Gemüsebeeten 


Weiter vorne beim Blick aus dem Küchenfenster: der Sandkasten. Da ich die Terrasse selber verlegt habe, kam er unter  einen Baum, der im Sommer Schatten spendet. So manche praktische Backerfahrung wird dort gesammelt...

Mittlerweile wohnen wir in einem kleinen Haus mit kleinem Garten. Mehr als 200 Quadratmeter sind es nicht. 

In dem kleinen Hausgarten teilt sich ein kleiner Ziergarten den Platz mit einer Reihe Beerensträucher und ein paar Gemüsebeeten. Im Sommer gedeihen dort Salate, Mangold und Bohnen und an der Garagenwand reihen sich Tomaten aneinander. Alles in allem reicht dieser Platz, um eigentlich das ganze Jahr über ein frischer Salat zum Abendbrot zu haben.

        Wir verbringen dort viel Zeit (s. links) und mittlerweile gärtnern die Kinder auch mit Begeisterung. Vor allem das Ernten ist eine wichtige Sache. Wenn wir mikroskopisch kleine Vitelotte noire - eine französische Kartoffelsorte, die absolut ungeeignet ist für die Brandenburger Sandböden - aus der Erde buddeln, muss man sie gelegentlich motivieren. Aber danach sind sie stolz. Kartoffeln bauen wir eher im Schrebergarten an.


Vorräte aus dem Garten

Obwohl der Garten klein ist, versuche ich hin und wieder Vorräte anzulegen. Tee- und Gewürzkräuter sind eine Möglichkeit.

Das Einfrieren von Salatkräutern ist eine andere Möglichkeit. Damit überstehe ich ganz gut den Winter. Außerdem kann ich viel Pimpinelle und Borretsch in die Mischung tun.

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Als bekennender Bohnenfan kann es nicht genug Bohnen geben. Manchmal sind es im Hochsommer zu viele. Dank des Rezepts  von "Tante Lucie" wecke ich die Überschüsse gerne ein.



Nutzpflanzenvielfalt & samenfeste alte Sorten

Bei den Nutzpflanzen vermehre ich vieles selber (wenngleich ich mich auf die Selbstbefruchter und einjährigen beschränke) oder tausche. Angebaut werden meist samenfeste und gerne alte Sorten. Wenn ich mir überlege, dass es heute bereits über 70% aller alten Kultursorten in Europa nicht mehr gibt (vielleicht noch in Genbanken), macht mich das ganz betroffen, da ich immer wieder begeistert bin, was es für tolle Sorten bei Salaten, Bohnen und Tomaten gibt. Weiteres dazu in dem Blogbeitrag zum VERN (Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V.). Weiterlesen ...


Haferwurz (links) und Schwarzwurzel (rechts) sind verwandt und schmecken auch ähnlich. Bei uns ist eigentlich nur noch die Schwarzwurzel  zu finden (Mitte links) zu finden (obwohl ich ihren Milchsaft klebriger finde, als den der Haferwurz). Sie verdrängte die Haferwurz (Mitte rechts), die Anfang des letzen Jahrhunderts in Deutschland wohl noch recht verbreitet war. In England wird sie übrigens liebevoll "vegetable oyster" genannt, da sie an Austern erinnert (kann ich nicht belegen, da ich nie Austern gegessen habe und wohl auch nie tun werde...). 

Ein paar Bestelladressen für Saatgut und empfehlenswerte links  dazu sind hier ... zusammengestellt.